Zwischen Tempeln und Wäldern: mein Weg nach Kamakura

Einmal morgens mitten im Berufsverkehr irgendeine Bahn in Tokio nutzen. Eigentlich war genau das nicht der Plan. Schon der Weg zur richtigen Bahn in Tokio Shiodome ist eine Herausforderung. Erst verlaufe ich mich gegen den einen Strom der Berufspendler, dann mit oder in einem anderen Strom. Irgendwann finde ich das erlösende Schild für die Regionalbahn nach Kamakura, an der Küste im Süden Tokios. In der Bahn ist es voll, stickig, aber immerhin habe ich einen Platz mit Haltegriffe und das Gefühl, dass hier noch deutlich mehr Menschen hineingepasst hätten. Im Verlauf der Fahrt ergattere ich sogar einen Sitzplatz und steige nach einer Stunde Fahrzeit um 8:30 Uhr im Vorort Kita-Kamakura aus. Dort startet ein Spaziergang zu mehreren Tempeln und anderen Orten der Verehrung.

Tempelanlage von Engaku-ji

Eine Zen-buddhistische Anlage von 1282 mit Tempeln und unter anderem einer riesigen Glocke. Am Morgen ist in der Anlage noch nicht viel los und ich genieße die Ruhe, das Zwitschern der Vögel und die Andächtigkeit dieses Orts.

Statue des Minamoto no Yorimoto im Genjiyama Park

Zeniarai-Benhaiten-Ugafuku-Schrein

Ein Shinto-Schrein. Über einen Felsengang geht es zum Schrein und ein Teil der Anlage ist ebenfalls in einer Höhle.

Kotoku-in, der Große Buddah

Auf dem Weg nach Kamakura dann eine der Hauptattraktionen: Kotoku-in ist der Große Buddah von Kamakura: eine gewaltige, 11,3 Meter hohe sitzende Bronzestatue. Zur Mittagszeit ist Ruhe hier Mangelware, die halbe Welt ist zu Gast, und trotzdem ist der Zugang zum Inneren des großen Buddahs frei. Den Raum teile ich mir mit anderen 25 Interessierten.

Tempelanlage Hase-dera

Zum Abschluss beeindruckt mich der Buddhistische Tempel und die Gartenanlage von Hase-dera. Überall kleine und große Buddahs, mit ganz eigenen Daseinsberechtigungen. Die Hauptattraktion ist die 11-köpfige Kannon Statue, die 9,18 Meter hoch und eine der größten hölzernen Buddahskulpturen in Japan ist.

Daibutsu Hiking Course, ein tut ausgeschilderter, einfacher Wanderweg

Auf dem Weg begegne ich gut ausgestatteten Wandergruppen bis hin zu wander-unerfahrenen Menschen, die bei mancher Stufe nach unten oder oben sichtbar zu kämpfen haben. Wirklich ein sehr schöner und abwechslungsreicher Spaziergang.

Zum Abschluss: Ramen in Kamakura

Nach einer Stärkung mit Ramen in einem winzigen Laden und einem Spaziergang durch das quirlige Zentrum von Kamakura steige ich wieder in die Bahn nach Tokio ein, inklusive eines Sitzplatzes. Von kultureller Aneignung darf ich wahrscheinlich noch nicht sprechen, weil ich die Fahrt durchschlafe. Es war einfach gerade ein sehr guter Zeitpunkt zur Anpassung.

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Kommentare

2 Kommentare zu „Zwischen Tempeln und Wäldern: mein Weg nach Kamakura“

  1. Avatar von Christian Mueller
    Christian Mueller

    Liebe Laura, Deine spontanen und auch die überdachten Erlebnisse kann ich so schön mitverfolgen. Du machst das richtig gut. Ich freue mich die Fortsetzungen, auch wenn ich weiß, das Dir das Schreiben schon auch Mühe macht. Aber bleib dran.
    Viele herzliche Grüße, Christian.

    1. Avatar von Laura Müller

      Danke dir recht herzlich, lieber Christian. Es freut mich sehr, dass dir die Beiträge gefallen und du mir gerne folgst.

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