Ein Spaziergang durch das Tolkuse-Moor im estnischen Rannametsa

Der Naturpfad von Rannametsa zeigt, wie abwechslungsreich ein Moor sein kann. Auf einem gut 2 Kilometer langen Rundweg führt ein durchgehender Holzbohlensteg durch ganz unterschiedliche Landschaften. Mal laufen wir durch das eigentliche Moor, dann öffnet sich eine weite, fast baumlose Fläche, auf der der nasse Boden kaum größeren Pflanzen eine Chance lässt. Wenig später verändert sich das Bild komplett: Plötzlich stehen wir zwischen sandigen Dünen und lichten Kiefernwäldern – ein Kontrast, den wir an dieser Stelle überhaupt nicht erwartet hätten.

Der Weg ist neu und super angelegt, mit vielen Informationstafeln ausgestattet. Nicht jede Erklärung erschließt sich uns auf Anhieb, aber dank KI-Übersetzung erfahren wir so manches über die besondere Pflanzen- und Tierwelt, inklusive lokaler Märchengeschichten. 

Zwischen Moor, Dünen und weitem Blick

An einer Moorlichtung liegt ein Moorsee. Hätten wir unsere Badesachen dabeigehabt, vielleicht wären wir hineingesprungen. Vielleicht aber auch nicht. Das Wasser wirkt selbst an diesem warmen Tag ziemlich dunkel und frisch. Andere Besucher lassen sich davon jedenfalls nicht abschrecken und genießen scheinbar ihr Bad. Wer weiß, vielleicht hätten wir uns am Ende doch noch überwunden.

Den krönenden Abschluss bildet der über 21 Meter hohe Aussichtsturm auf dem Tornimägi. Von oben schweift der Blick in alle Richtungen: über die Wälder des Tolkuse-Moors bis hin zu den Küstenwiesen von Häädemeeste und der Pärnu-Bucht. Erst aus dieser Perspektive wird deutlich, wie riesig und unberührt die Landschaft hier ist.

Tom, der Betreiber unseres Campingplatzes, hatte uns empfohlen, den Aussichtsturm besonders zum Sonnenauf- und Sonnenuntergang zu besuchen, weil dies magische Momente sein sollen. Das glauben wir sofort. Allerdings geht die Sonne Ende Juni schon gegen 4:30 Uhr auf und erst gegen 22:45 Uhr unter. Beides erscheint uns gerade außerhalb unserer Möglichkeiten. Es bleibt deshalb bei einem Besuch am frühen Nachmittag, und der ist schon beeindruckend genug.

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