Eine neue Reise, diesmal ist es eine Woche im Elsass mit meinem Vater. Unser Standort ist ein sehr angenehmes und großzügiges Apartment in Guémar, einem kleinen Dorf nördlich von Colmar. Für die erste Unternehmung schwebt meinem Vater die Burgruine Ulrichsburg bei Ribeauvillé vor.
Steiler Aufstieg mit Aussicht
Wir starten direkt am Ende der Altstadt von Ribeauvillé. Von hier geht es zunächst ziemlich steil bergauf, die Ruine Saint-Ulrich dabei meistens im Blick. Das Ziel liegt auf 528 Metern Höhe und ist eine der drei Burgruinen, die über Ribeauvillé thronen.
Der Weg ist nicht besonders lang, aber der Aufstieg hat es in sich. Insgesamt kommen wir auf 5,8 Kilometer, 260 Höhenmeter und 1:45 Stunden reine Gehzeit, Pausen nicht eingerechnet. Mein Vater ist fit – immerhin schon über 80 Jahre alt –, trotzdem merke ich beim Anstieg, dass die Höhenmeter nicht ganz ohne sind.
Was den Aufstieg angenehm macht, sind die immer wieder neuen Ausblicke. Zwischen den Weinbergen schauen wir auf die kleinen Dörfer der Rheinebene und mit jedem Stück nach oben wird der Blick weiter. Ich kann mich kaum sattsehen an der Landschaft: Weinberge, Dörfer, die Ebene des Elsass und in der Ferne der Schwarzwald.












Was ist eigentlich die Ulrichsburg?
Die Burg, die heute als Ruine vor uns liegt, hat eine lange Geschichte. Das Château Saint-Ulrich, auch Grand-Ribeaupierre genannt, wurde bereits vor 1038 von Reginbold, einem Vorfahren der späteren Herren von Ribeaupierre, gegründet. Im Mittelalter war die Burg der Sitz dieser einflussreichen Adelsfamilie und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert.
Im 13. Jahrhundert entstanden unter anderem die heute noch erkennbare große Halle und weitere Befestigungen. Die Burg war nicht nur Wohnsitz, sondern auch ein strategischer Punkt oberhalb von Ribeauvillé. 1287 und 1293 hielt sie sogar Belagerungen stand. Eine Kapelle wurde 1435 errichtet und dem heiligen Ulrich geweiht, daher der heutige Name der Burg.
Ab dem 15. Jahrhundert verloren die Menschen aus Ribeaupierre zunehmend das Interesse an ihrer Burg auf dem Berg und zogen in die Stadt. Damit begann deren langsamer Verfall. Im 17. Jahrhundert wurde die Anlage während des Dreißigjährigen Krieges schließlich zerstört. Erst im 19. Jahrhundert wuchs das Interesse an den Ruinen wieder. Seit 1841 steht die Ruine Saint-Ulrich unter Denkmalschutz und wird immer wieder gesichert und restauriert.




Über Dusenbach zurück nach Ribeauvillé
Nach der Besichtigung der Ruine geht es auf einer wesentlich gemütlicheren Forststraße wieder bergab. Wir kommen dabei an der Eremitage von Dusenbach vorbei, einem alten Wallfahrtsort oberhalb von Ribeauvillé. Die erste Kapelle entstand dort bereits im 13. Jahrhundert, das heutige Ensemble wurde nach Zerstörungen im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut.




Nach dem steilen Aufstieg ist der Rückweg fast schon entspannend. Und wirklich glücklich und zufrieden bin ich schließlich vor allem darüber, dass wir beide wieder wohlbehalten unten in Ribeauvillé ankommen.
Hat dir mein Beitrag gefallen oder dich interessiert? Dann gib‘ ihm gerne ein „like“, teile und/oder kommentiere ihn.

Schreibe einen Kommentar