Litauens mächtige Wasserburg in Trakai

Schon von weitem wirkt die Wasserburg von Trakai wie gemalt: Ganz friedlich liegt sie auf einer Insel im Galvė-See, umgeben von Schilf, Wasser und alten Bäumen. Über eine Holzbrücke gelangen wir zur Burg mit ihren roten Backsteinmauern und den markanten Türmen. Kaum zu glauben, dass von der einstigen Residenz der litauischen Großfürsten nach Kriegen und Jahrhunderten des Verfalls nur Ruinen übrig geblieben waren. Was heute wie eine nahezu unversehrte mittelalterliche Festung wirkt, war noch vor wenigen Jahrzehnten eine Ruine. Erst zwischen 1951 und 1987 wurde die Wasserburg anhand archäologischer Funde, historischer Quellen und erhaltener Mauerreste Schritt für Schritt rekonstruiert und in ihre gotische Form des 15. Jahrhunderts zurückversetzt und zu einem der bekanntesten Wahrzeichen Litauens gemacht.

Wo Geschichte und Natur eine Einheit bilden: Europas einzigartiger historischer Nationalpark

Anders als die meisten Nationalparks Europas wurde der historische Nationalpark Trakai 1991 ausdrücklich gegründet, um eine historische Kulturlandschaft als Ganzes zu bewahren: also nicht nur Natur, sondern das Zusammenspiel von Seen, Wäldern, Burgen, Altstadt, Herrenhäusern, Dörfern und archäologischen Stätten. Im Mittelpunkt steht die ehemalige Residenzstadt Trakai mit ihrer Wasserburg, eingebettet in eine jahrhundertealte Seenlandschaft, zusammen mit einer historische Landschaft, die sich über Jahrhunderte nahezu organisch entwickelt hat. Der Park umfasst 32 Seen, die Wasserburg, die Halbinselburg, Alt-Trakai, den Gutshof Užutrakis, traditionelle Siedlungen sowie wertvolle Naturgebiete.

Wegen dieser außergewöhnlichen Verbindung von Kulturgeschichte und Landschaft steht Trakai seit 2003 auf der Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe mit dem Ziel, dass hier kulturelles Erbe und natürliche Umgebung als untrennbare Einheit geschützt werden.

Rundweg mit wechselnden Perspektiven

Wir spazieren ein paar Kilometer durch den Ort Trakai und den historischen Nationalpark. Der Weg führt uns immer wieder ans Ufer des Sees und eröffnet neue Blickwinkel auf die Burg, die ich oben integriert habe. Hier noch ein paar Eindrücke vom Spaziergang selbst:

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