Wo nachts die Teufel feiern sollen: Besuch am geheimnisvollen „Teufelsloch“ bei Aukstadvaris

Etwas über 30 Kilometer westlich von Trakai liegt mit dem Teufelsloch von Aukštadvaris einer der ungewöhnlichsten Orte Litauens. Nach einigen Kilometern über einen einsamen Feldweg öffnet sich plötzlich der Wald und vor uns breitet sich ein großer Krater aus. Die sogenannte Teufelsgrube ist fast kreisrund, 40 Meter tief und misst an der Oberfläche rund 200 Meter im Durchmesser. Während der Rand dicht mit Bäumen bewachsen ist, wirkt der flache Grund erstaunlich kahl und etwas sumpfig. Die Besichtigung dauert kaum länger als eine Viertelstunde und hinterlässt doch ganz schön Eindruck bei uns.

Ein geologisches Rätsel

Wie diese Teufelsgrube entstanden ist, darüber rätseln Wissenschaftler bis heute. Lange galt ein Meteoriteneinschlag als mögliche Erklärung, einen eindeutigen Nachweis gibt es dazu nicht. Andere Theorien führen die Entstehung auf die letzte Eiszeit zurück: Vielleicht blieb hier ein großer Eisblock im Boden zurück und hinterließ nach seinem Abschmelzen die Vertiefung. Ebenso denkbar ist, dass Schmelzwassermassen die Senke ausgespült haben. Sicher scheint nur, dass diese Teufelsgrube ein eher außergewöhnliches Naturdenkmal ist und damit ein großes geologisches Rätsel Litauens.

Kein Rätsel ohne Legendenbildung

Wo die Wissenschaft keine endgültigen Antworten liefert, beginnen die Legenden. Hier zum Beispiel, dass Menschen wegen unsittlichen Verhaltens von Gott bestraft wurden und mitsamt der Kirche im Erdboden versanken. Nachts sollen die Teufel in der Grube ihre Feste feiern, daher ihr Name. Oder dass eine besondere Energie an diesem Ort spürbar ist.

Als wir dort sind, sehen und hören wir die Energie einer gesamten Grundschulklasse gelb-bemützter litauischer Kinder, wie sie schnatternd um das Teufelsloch herumgehen. Ein sympathischer Kontrast zu den düsteren Geschichten und Legenden, die sich um das Teufelsloch drehen.

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