Ein Besuch auf der düsteren Insel Hashima und was das mit dem James Bond Film Skyfall zu tun hat

Ehemalige Kohleinsel nur 18 Kilometer vor Nagasaki.

Hashima Island war vor allem für ihre unterseeischen Kohleminen bekannt, die ab 1887 betrieben wurden. In ihrer Blütezeit lebten über 5.000 Menschen auf engstem Raum, was sie zu einem der am dichtesten besiedelten Orte der Welt machte. Als Kohle in den 1970er-Jahren zunehmend durch Erdöl ersetzt wurde, schloss man die Mine, und 1974 verließen die letzten Bewohner die Insel. 

Jahrzehntelang blieb Hashima sich selbst überlassen, bis sie ab den 2000er-Jahren als historischer Ort und touristisches Ziel wiederentdeckt wurde. Heute ist ein kleiner Teil der Insel für Besucher zugänglich, während der Großteil aus Sicherheitsgründen gesperrt bleibt. Seit 2015 gehört Hashima zudem zum UNESCO-Welterbe als Teil der Stätten der industriellen Meiji-Revolution, was ihre Bedeutung für die Industriegeschichte Japans unterstreicht – trotz anhaltender Diskussionen über den Umgang mit ihrer Vergangenheit. Hashima steht einerseits sinnbildlich für die rasante Industrialisierung Japans im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, andererseits erinnert sie auch an ein dunkles Kapitel der Geschichte: Während des Zweiten Weltkriegs wurden dort Zwangsarbeiter unter sehr harten Bedingungen eingesetzt.

Perfekt gescoutet für Bösewichtszenen in James Bond Film.

Ein zusätzlicher Grund für die internationale Bekanntheit von Hashima Island ist ihre Verbindung zum James-Bond-Film Skyfall von 2012. Die verlassene, von Betonruinen geprägte Insel diente dabei als visuelle Inspiration für das geheime Hauptquartier des Bösewichts. Besonders die dichte, fast klaustrophobische Bebauung und der Eindruck völliger Isolation passten perfekt zur düsteren Atmosphäre des Films. Obwohl die Szenen nicht direkt auf Hashima gedreht wurden, orientierten sich die Filmemacher gerade bei den Kampfszenen am Schluss stark an ihrem Erscheinungsbild.

Mit dem vollbesetzten Ausflugsschiff zur Insel.

Je näher wir Hashima Island kommen, desto klarer wird diese eigenartige Form der Insel. Erst nur ein dunkler Block im Meer, dann einzelne Gebäude, schließlich diese dichte Wand aus Beton. Etwas Grün, wenige Lücken – fast nur Architektur. Spätestens da versteht man auch den Spitznamen „Schlachtschiff-Insel“, japanisch Gunkanjima.

Beim Anlegen wirkt alles kleiner, als man denkt – und gleichzeitig viel kompakter. Wir dürfen uns nur auf einem festgelegten Weg bewegen, der an der Außenseite entlangführt. Der Rest der Insel ist abgesperrt, zu gefährlich. Und trotzdem habe ich das Gefühl, direkt mitten drin zu sein.

Wie eng das Leben hier gewesen sein muss! Das sieht man, wenn man in die Gebäude hineinschaut. Kleine Wohnungen, dicht an dicht, übereinander gestapelt. Kaum vorstellbar, dass hier einmal über 5.000 Menschen gelebt haben.

Und trotzdem war das hier früher eine komplett funktionierende Stadt: mit Schule, Krankenhaus, Läden, sogar einem Kino. A propos Kino: Bei ein paar Perspektiven habe ich tatsächlich Bilder aus James Bonds Skyfall im Kopf. Die Insel war Inspiration für das Drehbuch. Im Film wirkt alles noch etwas dramatischer, düsterer, größer. In echt ist es… ruhiger. Und gerade dadurch irgendwie intensiver und gespenstisch.

Nach nur 45 Minuten geht es zurück aufs Boot. Und genauso schnell, wie die Insel aufgetaucht ist, verschwindet sie auch wieder. Ein ernsthaft unwirklicher Ort, nur 18 Kilometer vor Nagasaki.

Für die Teilnahme an der „Expedition“ gibt es am Ende sogar ein echtes Zertifikat:

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